Newsletter anmelden

"Warum gehst Du? Warum kommst Du?"

Frankfurt/Köln, 28. November 2017. Diese Frage stellte das 1. Weltnotwerk-Forum am vergangenen Samstag im Frankfurter DGB-Haus. Expertinnen und Experten leiteten verschiedene Workshops zu Themen wie Landflucht, menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse für Frauen oder Gewalt und kriegerische Auseinandersetzungen. Ursachen für Flucht und Vertreibung kennenzulernen, zu analysieren und Handlungsweisen zu diskutieren - das war die Intention dieses Tages.

Die TeilnehmerInnen diskutierten angeregt mit den ExpertInnen über Fluchtursachen und deren Auswirkungen.

In seinem eindrücklichen Vortrag beschrieb der ZEIT-Journalist Wolfgang Bauer die Ursachen für Flucht und Vertreibung in Afghanistan und im Süd-Sudan. Dabei kritisierte er nachdrücklich das politische Versagen des Westens, aber auch die unzureichenden Integrationsprogramme hierzulande. "Wir brauchen dringend ein Umdenken in der politischen Ebene, denn so wie bisher, macht es keinen Sinn, dort vor Ort zu sein". So würden lediglich staatliche Strukturen unterlaufen und die Positionen der einheimischen "Warlords" gestärkt.
Deutlich seine Einschätzung, das die meisten Hilfsprogramme die komplexe Situation in den Krisenländern nicht einschätzen könnten und so die Hilfe wirkungslos verpufft. Partnerschaften auf Augenhöhe und in genauer Kenntnis der jeweiligen Situation im Lande, wie es auch Grundlage der Arbeit des Weltnotwerkes ist, wäre ein Weg, sinnvolle Hilfe zu leisten, so der ZEIT-Reporter.
Hierzulande müssten die Integrationsprogramme weiter ausgebaut werden, um den ankommenden, häufig gut ausgebildeten Menschen, ein selbstbestimmtes und sinnvolles Leben zu ermöglichen.

Das Video zum 1. Weltnotwerk-Forum